Mit den Augen hören

Mit den Augen hören.

Vielleicht sind dir ja auch schon einmal in Nachrichtensendungen im Fernsehen die eingeblendeten Gebärdensprache-Dolmetscher aufgefallen. Viele Menschen sind von der ausdrucksstarken Kommunikation fasziniert. Gebärdensprachen sind sehr komplexe Sprachen mit denen alles ausgedrückt werden kann, dazu benötig man den ganzen Gebärdenraum und zwar von Hüfte bis Haaransatz. Jede Bewegung und mimische Veränderung sind stark bedeutungsunterscheidend.

Gebärdensprachen sind weit mehr als eine Art „Zeichensprache“ – in Gebärden zu sprechen ist sehr dynamisch, die Gesichtsmuskeln sind ständig in Bewegung. Auch die Augen spielen eine wichtige Rolle. Da nur wenige Personen eine Gebärdensprache beherrschen – oft nicht einmal Familienangehörige – sind viele Gehörlose Personen dazu gezwungen von den Lippen abzulesen. Das ist allerdings sehr anstrengend und die Verständlichkeit ist auch stark davon abhängig, wie deutlich das Gegenüber spricht. Hinzu kommt, dass man nicht immer und schon gar nicht in einer Gruppe den Blick auf den Mund des Gesprächspartners richten kann. Da das „Lippenablesen“ keine natürliche Form der Kommunikation ist, benötigt sie viel Konzentration und ist meist durch Frustration und Missverständnisse geprägt.

Deshalb kommunizieren Gehörlose untereinander meistens in der landesüblichen Gebärdensprache – sie hören mit ihren Augen! Die Gebärdensprache ist keine „Geheimsprache“ oder eine diffuse Aneinanderreihung von Zeichen. Wenn man noch nie damit zu tun hatte, wirken Gebärden vielleicht auf den ersten Blick etwas geheimnisvoll und auch kompliziert. Doch geht es einem  anfangs nicht mit jeder neuen Sprache so?

Gebärdensprachen bieten die Möglichkeit, durch Körpersprache, Mimik und Gestik Emotionen in eine Unterhaltung zu legen und Gefühle zu transportieren – also all das, was Menschen die hören können, mit ihrer Stimmlage, der Lautstärke in der sie sprechen und der Tonhöhe machen können. Du siehst schon, von den Lippen abzulesen ist für einen Gehörlosen nicht nur anstrengend, man kann viele Dinge auch gar nicht einordnen, wie zum Beispiel Launen und Stimmungen oder ob eine Äußerung witzig gemeint ist oder ernst. Ganz besonders in unseren Breitengraden ist das schwierig, da wir zum Beispiel im Vergleich zu Südländern nur sehr wenig Körpersprache gebrauchen. Schon mit ein paar einfachen Gebärden kann man Missverständnisse verhindern und Sprachbarrieren abbauen.

Hast du vielleicht in deinem Freundeskreis oder der Familie eine Person, die gehörlos ist? Oder einen Arbeitskollegen? Dann wäre es doch wirklich cool, wenn du denjenigen demnächst in seiner Sprache, also der ÖGS (Österreichische Gebärdensprache) begrüßen könntest, oder?

Die ÖGS kann jeder lernen, der sich dafür interessiert – mit dem richtigen Kurs ist es ganz einfach, die Grundlagen schon nach kurzer Zeit zu beherrschen. Man muss nicht einmal einen realen Kurs zu festen Terminen besuchen. Es gibt auch die Möglichkeit, sich Basiskenntnisse in der ÖGS mit einem Online-Programm anzueignen. Klingt das interessant für dich? Es ist auf jeden Fall eine tolle Entscheidung, wenn du den Mut hast, eine neue Sprache zu lernen!

Übrigens: An der Bezeichnung ÖGS siehst du schon, es gibt keine international einheitliche Gebärdensprache. Auch das ist wie bei jeder anderen Sprache gleich. Selbst in Deutschland „spricht“ man eine andere Gebärdensprache als in Österreich. Weltweit unzählige unterschiedliche Gebärdensprachen. In Österreich ist, sogar laut Bundesverfassung, die offizielle Muttersprache gehörloser Menschen die ÖGS. Wenn du jetzt neugierig geworden bist und mehr erfahren möchtest, dann klicke auf hier und trage dich mit deiner Emailadresse ein, um weitere Infos über ein einzigartiges ÖGS Online-Lern-Programm zu erhalten. Trau dich und sag ab sofort „nein“ zu Kommunikationsbarrieren!

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